Intro Transkript#
Die Handschrift erstreckt sich inkl. Titel, einer Korrekturzeile und Schluss über 86 Zeilen. Wie üblich in älteren lat. Handschriften werden u und v noch mit einem Buchstaben widergegeben: u. Namen werden klein geschrieben. Wörter werden, wenn nötig, als Zeilensprung ohne Satzzeichen über das Zeilenende hinaus in der nächsten Zeile fortgeführt. Satzanfänge werden durch größere bzw. hervorgehobene Anfangsbuchstaben (litterae notabiliores) gekennzeichnet. Die Anzahl der mit einem Großbuchstaben beginnenden Wörter beträgt 54.
Abkürzungen für Entitäten#
.pc. = patres conscripti
.rp. oder .r.p. oder rei .p. = res publica
.pr. = populus Romanus
.v.c. = vir clarissimus
Silbenkürzungen#
b; = bus
q; = que
ē = em / est
eē = esse
ā = am
ō = om
ū = um
ñ = non
ta¯m = tamen
¯u = ver
Ligaturen#
ę = ae
et (ineinander verschoben) = et
gl (komlexe Verschnörkelung) = glori
gr (komplexe Verschörkelung) = grati
oms, oma (mit Makron über m) = omnis, omnes, omnia
p (nach links eine Welle) = pro
p (Querstrich durch Senkrechte) = per
qd (Querstrich durch Senkrechte des d) = quod
t (mit einer Art 2 darüber) = tur
Satzzeichen#
In karolingischen Handschriften erfolgt die Interpunktion über sog. positurae (i. e. Zeichen für eine Pause), die auf die Erkläungen des Isidor von Sevilla zurückgehen (Etymologiae I, 20):
XX. DE POSITURIS. [1] Positura est figura ad distinguendos sensus per cola et commata et periodos, quae dum ordine suo adponitur, sensum nobis lectionis ostendit. Dictae autem positurae vel quia punctis positis adnotantur, vel quia ibi vox pro intervallo distinctionis deponitur. Has Graeci θέσεις vocant, Latini posituras. […]
Übersetzung
20. Über positurae. [1] Eine Positura ist ein Zeichen, um die Sinnabschnitte durch cola, commata und periodi zu unterscheiden; dieses zeigt uns, je nach dem wie es seiner Lage nach gesetzt wird, den Sinn beim Lesen. Sie werden aber Posituren genannt, weil sie entweder durch gesetzte (positis) Punkte gekennzeichnet werden oder weil dort die Stimme für einen Zeitraum der Unterscheidung absinkt (deponitur). Die Griechen nennen sie Theseis, die Lateiner Posituren. […]
Die Posituren bestehen vor allem aus Punkten in unterschiedlicher Höhe und Kombination mit kleinen Strichen oder Häkchen.
punctus: die Pausenlänge richtet sich nach der gesetzten Höhe, auf der Grundlinie
.wie ein Komma, halbhoch.wie ein Semikolon (oder Doppelpunkt), auf der Kopflinie wie ein Punkt (dies kommt nicht vor)punctus versus: Varianten eines Punktes mit kleinem Strich/Häkchen, wie ein Punkt oder Semikolon
punctus interrogativus:
⹔geschwungener/gezackter Strich über einem Punkt, Vorläufer des FragezeichensKombination aus Satzzeichen und Großschreibung: Satzende (Punkt oder Fragezeichen)
Die Satzzeichen sind nicht immer eindeutig zu erkennen. Insgesamt gibt es 55 Satzenden (55 Sätze). Die Abweichung zwischen der Anzahl der großgeschriebenen Wörter (54) und der Satzenden (55) ergibt sich aus einer Korrektur der Handschrift: Auf Folio 51 recto ist in Zeile 7 eindeutig ein “Fragezeichen” zu erkennen, doch wird das sich anschließende an klein geschrieben.
Quellen:
Bibliotheca Augustana, Isidorus Hispalensis, ca. 560 - 636: Etymologiarum libri XX, Liber I, De grammatica
Manuscript Studies, Medieval and Early Modern, IV.vii. Paleography: Punctuation
Digitalisat#
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