Gegenstand

Gegenstand#

Das Fallbeispiel ist die pseudosallustische Invektive In Ciceronem. Sie ist einem Manuskript entnommen, das die Bodleian Library als digitales Faksimile online zur Verfügung stellt. Es handelt sich dabei um das Manuskript D’Orville 77, das aus dem späten 10. oder frühen 11. Jh. stammt. Seine exakte Herkunft ist unbekannt, aber es gibt Bezüge, die eine Herkunft aus Süddeutschland (München, Friesing) nahelegen. Der Codex enthält v.a. Werke Ciceros (vgl. Medieval Manuscripts in Oxford Libraries):

  1. (fol. 1v–7r): Pro Marcello [Schreiber A]

  2. (fol. 7r–13r): Pro Ligario [Schreiber A]

  3. (fol. 13v–20r): Pro rege Deiotaro [Schreiber A]

  4. (fols. 21r–34v): Cicero, De amicitia [Schreiber B]

  5. (fols. 34v–47v): Cicero, De senectute [Schreiber B]

  6. (fols. 48r–51r): Ps.-Cicero, In Sallustium inuectiua [Schreiber B]

  7. (fols. 51r–52v): Ps.-Sallust, In Ciceronem inuectiua [Schreiber B und Rest von 7 Schreiber A]

  8. (fols. 53r–56r): Cicero, Somnium Scipionis [mehrheitlich Schreiber B]

  9. (fols. 56r–111r): Macrobius, Commentary on Cicero, Somnium Scipionis [mehrheitlich Schreiber B]

  10. (fols. 111v–113v): Ps.-Jerome, De diuersis generibus musicorum (ep. supp. 23) [mehrheitlich Schreiber B]

  11. (fol. 114r): Isidore of Seville, Etymologies: extracts on music [mehrheitlich Schreiber B]

  12. (fol. 114r–v): Macrobius, Commentary on Cicero, Somnium Scipionis: extract on music [Schreiber B]

Mit Blick auf die bei Anna Novokhatko Novokhatko [2009, 193-204] gebotene Liste der edierten Invektiven entspricht es eher der Ausnahme, dass sie in einer vornehmlich Ciceros Werken gewidmeten Edition überliefert wurden. I.d.R. finden sie sich in einer Sallust Edition.

Da im Folgenden das Faksimile Ausgangspunkt der weiteren Arbeit ist, sei für die physische Beschreibung des Codex auf die Informationen der Bodleian Library verwiesen.

MS. D’Orville 77: In Ciceronem#

Die Invektive gegen Cicero erstreckt sich über Folio 51 recto (Vorderseite), 51 verso (Rückseite), 52 recto und 52 verso. Das Pergament ist gut erhalten, so dass sich der Text - Schriftart ist die karolingische Minuskel - gut lesen lässt.

Photos: © Bodleian Libraries, University of Oxford, CC BY-NC 4.0.