Forschen mit Daidalos#

Die Arbeit mit der Community#

Neben unseren Entwicklungstätigkeiten bauen wir eine Community of Practice (CoP) im Sinne des situierten Lernens [Lave and Wenger, 1991] auf und unterstützen sie mit Workshops. Diese werden von Befragungen begleitet und bieten uns zugleich die Option, das Design unserer Infrastruktur mit unseren Usern gemeinsam zu evaluieren. Um unsere CoP adressatenorientiert zu erweitern, setzen wir auf empirisch belegte Erfolgskriterien, u. a.

„leadership roles, personalized learning, guiding principles, organizational support, social learning and purpose“ [Trust and Horrocks, 2019, ...]

und arbeiten mit Forschungstandems, wie sie u. a. im Design-Based Research Ansatz [Bakker, 2019] üblich und auch in unserer Fachcommunity [Freund and Janssen, 2020] bekannt sind.

Diese Tandems bestehen aus erfahrenen und eher unerfahrenen Usern von digitalen Methoden, die gemeinsam kleine Forschungsfragen entwickeln, mithilfe „digitalgestützter“ Methoden bearbeiten und eine abschließende Open-Access-Publikation in einer Zeitschrift mit Peer Review veröffentlichen. Zugleich dienen diese Arbeiten als authentische user stories (Wautelet et al., 2014), die für die Entwicklung der Infrastruktur (Bedienbarkeit und Funktionalität) genutzt und als kuratierte Lernmaterialien aufbereitet werden. Außerdem modellieren wir u. a. auf der Basis der Arbeit mit den Forschungstandems einen Kompetenzrahmen für fach- und fallspezifische Digital Literacies und einen Bewertungsrahmen zur Methodenreflexion in der Klassischen Philologie.

Die Zusammenarbeit in Forschungstandems#

Die Forschungsfragen werden aus der Forschungsgemeinschaft an das Daidalos-Projekt herangetragen oder entstehen z. B. bei Beratungsgesprächen oder während unserer Informationsveranstaltungen wie Workshops. Die Zusammenarbeit in diesen Forschungstandems ist wie folgt angelegt:

  1. Erster Kontakt: z. B. per E-Mail

  2. Erstgespräch Forschungsfrage, Korpus, NLP-Methode(n): In einem ersten Beratungsgespräch präsentieren die Forschenden ihr Forschungsinteresse, eine mögliche Forschungsfrage und das gewünschte Textkorpus. Das Daidalos-Team berät sie bei der Konkretisierung der Forschungsfrage und erklärt, welche Analysewerkzeuge (z. B. morphosyntaktische Tagger, Arbeit mit Word Embeddings) und Visualisierungsoptionen (z.B. https://daidalos.pages.cms.hu-berlin.de/project_de/cop.html#annotierter Text, Graph) geeignet sein könnten.

  3. Bereitstellung Forschungsmaterial: durch die Forschenden

  4. Prototyp, erste Ergebnisse: Sobald die Analyseergebnisse vorliegen, übergibt das Daidalos-Team sie den Forschenden zur Beurteilung.

  5. Zweitgespräch Ergebnisdiskussion: In einem weiteren Gespräch evaluieren die Forschenden gemeinsam mit dem Daidalos-Team die Qualität der Ergebnisse und der Visualisierung.

  6. ggf. Iteration der Schritte 3-5: Bei Bedarf werden die Parameter angepasst und weitere Analysedurchgänge durchgeführt.

  7. Kooperative Publikation: Die aus den Forschungstandems gewonnen Erkenntnisse werden als Use Cases zum Aufbau der webbasierten Infrastruktur und zur Gestaltung der Lernmaterialien genutzt. Das Vorgehen und die Ergebnisse werden gemeinsam publiziert.

Workflow der Zusammenarbeit zwischen Daidalos und Forschungspartnern

Die von Daidalos angebotenen Werkzeuge der maschinellen Sprachverarbeitung ermöglichen sowohl die Analyse linguistischer Erscheinungen (u. a. Wortarten, Kollokationen, Syntax) als auch literaturwissenschaftlicher Fragestellungen (u. a. Genremerkmale, Paraphrasensuche, antike Konzepte).