Daidalos#

KI für lateinische und altgriechische Texte#



Das Projekt Daidalos arbeitet an einer digitalen Forschungsinfrastruktur, die speziell für die Bedürfnisse der Klassischen Philologie und angrenzender Disziplinen mit Fokus auf lateinische und altgriechische Texte entwickelt wird. Auf dieser Seite lernen Sie unsere Arbeit kennen und erfahren, wie Daidalos Sie bei Ihrer Forschung unterstützt.

Natural Language Processing (NLP) und Künstliche Intelligenz (KI) bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten, die den Methodenfundus der Klassischen Philologie erweitern können. Digitale Methoden sollen die philologische und literaturwissenschaftliche Arbeit unterstützen und innovative Interpretationsansätze ermöglichen.

Daidalos richtet sich insbesondere an:

  • Klassische Philologen, die antike Texte digital analysieren möchten

  • Forschende verwandter Disziplinen wie z. B. Historikerinnen, Linguisten, Theologinnen und Philosophen, die textbasierte Fragestellungen verfolgen

  • Forschende der Digital Humanities, die mit lateinischen oder altgriechischen Texten arbeiten

Das Projekt hat ein zentrales Ziel: die Erforschung lateinischer und altgriechischer Texte mit NLP-Methoden für alle zugänglich zu machen. Damit können nun Forschende, die keine Programmierkenntnisse haben, entsprechende Werkzeuge kennenlernen und das nötige Wissen erlangen, um sogar komplexe NLP-Methoden zu nutzen. Gleichzeitig ermöglicht die Infrastruktur eine weiterführende digitale Verarbeitung von Texten, indem sie Nutzende schrittweise an die Anpassung von Programmiercode heranführt. Denn je nach Forschungsfrage sind unterschiedliche Methoden bzw. ihre individuelle Anpassung erforderlich.

Damit wird Daidalos für alle interessant, die antike Texte erforschen – unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrung mit digitaler Textanalyse haben oder bisher vorwiegend analog bzw. mit Close Reading gearbeitet haben. Die angebotenen NLP-Methoden auf unserer Startseite demonstrieren exemplarisch, inwiefern KI-gestützte Forschung die Auseinandersetzung mit antiker Literatur bereichern kann.

Um allen interessierten Forschenden den Zugang zu digitalen Methoden und dem wissenschaftlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu ermöglichen, bietet Daidalos sowohl intuitive Elemente, die kein technisches Vorwissen erfordern (NLP-Tools auf der Startseite), als auch Jupyter Notebooks (unter NLP testen) für diejenigen, die die sich für ihre Forschung mit dem Programmieren vertraut machen wollen. Dabei können Interessierte mit dem NLP-Leitfaden von Daidalos (unter NLP erklärt) selbständig in die digitale Textverarbeitung einsteigen und sich mit dem sogenannten Distant Reading vertraut machen.

Da wir mit dem Projekt Daidalos auf eine breite Vernetzung unter Forschenden zielen, die lateinische oder griechische Texte zum Forschungsgegenstand haben und sich für die Potenziale digitaler Methoden interessieren, stellen wir auch eine Übersicht über nützliche Tools (unter Ressourcen) mit dem jeweiligen Verwendungszweck zur Verfügung. Neben mehreren Forschungstandems (Forschen mit Daidalos) hat das Team des Projekts Daidalos bereits drei Workshops in Deutschland durchgeführt. Zum einen bauen wir dadurch eine Community von Forschenden der Klassischen Philologie (einschließlich Mittel- und Neulatein sowie Byzantinistik) auf, zum anderen fließen die Rückmeldungen der Gräzistinnen und Latinisten direkt in die Verbesserung der Plattform ein.

So sind anschauliche Fallbeispiele entstanden, wie die Forschung mit NLP-Methoden abläuft. Im Blog Lucretia erzählt laden wir Sie ein nachzulesen, wie die gemeinsame Forschung mit Daidalos aussehen kann. Es sind ganz unterschiedliche Perspektiven vertreten: Eine Klassische Philologin kombiniert eine historiografische Fragestellung mit narratologischer Methodik und wendet dafür Named Entity Recognition und Sentimentanalyse an. Ein Gräzist analysiert die Trauerarbeit in griechischen Epitaphien, indem er bestimmte Kookkurrenzen auswertet und Word Embeddings hinzuzieht. Ein Latinist erforscht mittelalterliche Bittbriefe an den Papst und zielt darauf ab, ein großes Briefkorpus durch Textklassifikation automatisch zu kategorisieren.

Außerdem möchten wir auf die anstehende internationale Konferenz am 5.-6. März 2026 verweisen. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, teilzunehmen! Es erwarten Sie unter anderem Präsenz-Workshops zur Einführung in vorhandene Tools, Formate zum Austausch unter Expertinnen mit Einsteigern, hybride Vorträge von Entwicklerinnen und Anwendern sowie zahlreiche Gelegenheiten zur Vernetzung vor Ort in Berlin.

Zuletzt machen wir noch gerne aufmerksam auf unsere zahlreichen Publikationen auf Zenodo. Neuigkeiten und nützliche Informationen veröffentlichen wir auch über Social Media: Sie finden uns auf YouTube und auf LinkedIn.

Das Daidalos-Team steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.